Reisemedizin

Die Reisemedizin beschäftigt sich mit allen medizinischen Problemen, die während oder durch Reisen auftreten können.
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Insbesondere bei Fernreisen und speziell bei Tropenreisen ist eine gründliche reisemedizinische Beratung über gesundheitliche Risiken im Reiseland erforderlich. Bitte vereinbaren Sie – insbesondere bei tropischen Fernreisen – mindestens 8 Wochen vor der Ausreise einen Beratungstermin.

Durch das Fachzertifikat „Reisemedizin" können Sie sich einer hohen Beratungsqualität sicher sein. Zudem ist unsere Praxis vom NRW-Gesundheitsministerium als Gelbfieber-Impfstelle zugelassen und wir führen Ausreisuntersuchungen für die Organisation „Weltwärts" durch.
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Die reisemedizinische Beratung ist keine reguläre Kassenleistung, wird aber inzwischen als Satzungsleistung von vielen gesetzlichen Krankenkassen ganz oder teilweise übernommen. Bei Privatpatienten ist die Übernahme vom jeweiligen Tarif abhängig.
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Typhus

Typhusbakterien werden mit verunreinigter Nahrung und Trinkwasser aufgenommen. Nach etwa 1 bis 3 Wochen entwickelt sich hohes Fieber. Im ersten Krankheitsstadium kommt es zu einem schweren Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und Verstopfung; im zweiten Stadium treten Hautveränderungen (Roseolen) auf, Leber und Milz vergrößern sich stark, es kann zu erbsbreiartigen Durchfällen kommen.

Komplikationen wie Darmdurchbruch und Bauchfellentzündung können tödlich verlaufen. Beim „Paratyphus" handelt es sich um verwandte Erreger mit einem ähnlichen, etwas milderen Krankheitsbild. Schutz:
  • Einmalige Impfung (mit ca. 60 % Schutz)
  • Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene

Tollwut

Der Mensch infiziert sich mit Tollwutviren durch Bissverletzungen infizierter Tiere – meist Hunde, Katzen oder Fledermäuse. Infektiös ist der Speichel eines tollwütigen Tieres bereits 3–5 Tage vor Ausbruch der Symptome. Die Krankheit verläuft immer tödlich: Sie beginnt mit Schmerzen und Kribbeln an der Bissstelle und führt über Krämpfe und Lähmungen innerhalb weniger Tage zum Tod. Schutz:
  • Dreimalige Impfung zur Vorbeugung bzw. sofortige Impfung nach einem tollwutverdächtigen Biss
  • Tierkontakte meiden

Japanische Enzephalitis

Diese Virusinfektion, die nur gebietsweise in Asien auftritt, kann zu einer schweren Hirn- und Hirnhautentzündung führen. Die Sterblichkeit ist sehr hoch; Überlebende leiden häufig unter dauerhaften Hirnschäden. Die Übertragung erfolgt durch nachtaktive Stechmücken in Feuchtgebieten bestimmter Jahreszeiten. Schutz:
  • Zweimalige Impfung
  • Schutz vor Mücken

Hepatitis A

Diese Virusinfektion der Leber ist weltweit verbreitet, besonders in Regionen mit unzureichenden Hygienebedingungen. Die Übertragung erfolgt über verunreinigte Nahrung und Trinkwasser – häufig über Muscheln, Austern und Krebstiere. Der Verlauf ist meist selbstlimitierend, bei Erwachsenen jedoch gelegentlich schwer und langwierig. Schutz:
  • Zweimalige Impfung
  • Nahrungsmittelhygiene; Muscheln, Austern und Krebstiere meiden

Hepatitis B

Diese Viruserkrankung der Leber ist weltweit verbreitet, besonders in tropischen Ländern (bis über 20 % Träger in der Bevölkerung). Die Übertragung erfolgt über Blut, unsterile Nadeln oder Geschlechtsverkehr. In ca. 10 % der Fälle verläuft die Infektion chronisch und kann zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen. Schutz:
  • Dreimalige Impfung
  • Ungeschützte Sexual- und Blutkontakte meiden

Bilharziose / Schistosomiasis

Diese durch Saugwürmer verursachte Erkrankung ist in den Tropen und Subtropen weit verbreitet. Die Larven (Zerkarien) schwimmen in Süßgewässern und dringen durch die intakte Haut ein. Die erwachsenen Würmer können 10–15 Jahre im Körper leben und täglich bis zu 2.000 Eier ausscheiden. Beim Erstkontakt tritt oft eine allergische Hautreaktion und Fieber (Katayama-Fieber) auf. Schutz:
  • Süßwasserkontakt in betroffenen Gebieten meiden

Dengue-Fieber

Dengue-Viren sind in den Tropen und Subtropen weit verbreitet, vereinzelt auch in Südeuropa. Die Übertragung erfolgt durch tagaktive Stechmücken. Das Krankheitsbild ist grippeähnlich: hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen, Druckschmerz hinter dem Auge. Bei einer Zweitinfektion ist ein schwerer Verlauf mit Blutungsneigung möglich. Schutz:
  • Geschlossene Kleidung, konsequenter Mückenschutz
  • 2 Impfungen im Abstand von 3 Monaten

FSME

Zecken übertragen das FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis) im Frühjahr und Sommer. 1–2 Wochen nach dem Stich kann ein grippales Krankheitsbild auftreten. In einem Teil der Fälle folgt eine Hirn- oder Hirnhautentzündung mit starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und möglichem Koma. Verbreitungsgebiete: Deutschland sowie Teile von Österreich, Schweiz, Skandinavien und Osteuropa. Schutz:
  • Impfung
  • Geschlossene Kleidung, Repellentien

Malaria

Malaria wird durch einzellige Parasiten (Plasmodien) verursacht und durch dämmerungsaktive Stechmücken übertragen. Leitsymptom ist Fieber mit Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Schweißausbrüchen. Die gefährlichste Form – Malaria tropica – hat eine Inkubationszeit von mindestens 7 Tagen und kann rasch zu lebensbedrohlichem Koma, Nierenversagen und Schock führen. Schutz:
  • Mückenschutz in Dämmerung und Nacht: helle geschlossene Kleidung, Moskitonetz, Repellentien
  • Chemoprophylaxe